Scheidung

Scheidung
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Wenn Sie vor dem Schritt stehen, Ihre Ehe zu beenden, haben Sie vermutlich 4 Fragen:

  1. Welche Voraussetzungen müssen für eine Ehescheidung gegeben sein?
  2. Welche wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der Scheidung müssen geklärt werden?
  3. Wie ist das mit dem Versorgungsausgleich?
  4. Welcher Unterhalt steht mir zu?

Voraussetzung für die Zulässigkeit der Scheidung ist in fast allen Fällen, dass Sie bereits seit einem Jahr getrennt leben, wobei dafür nicht unbedingt erforderlich ist, dass Sie jeder in einer eigenen Wohnung leben. Es ist auch möglich, innerhalb einer Wohnung getrennt zu leben. Etwa zehn Monate nach der Trennung können Sie einen Anwalt mit der Einreichung des Scheidungsantrages beauftragen.

Normalerweise wird anlässlich der Scheidung ein Versorgungsausgleich durchgeführt. Hierbei werden die von beiden Ehepartnern während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften ausgeglichen, so dass hinterher jeder gleich hohe Rentenanwartschaften hat.

Diesen Versorgungsausgleich kann man vertraglich ausschließen oder anderweitig gestalten. Das ist in einigen Fällen auch sinnvoll, beispielsweise dann, wenn Sie als Frau trotz der Betreuung der Kinder höhere Rentenanwartschaften erworben haben, als ihr Mann. Zum Beispiel dann, wenn er selbständig ist und sich durch Einzahlungen in Kapitallebensversicherungen oder den Erwerb von Immobilien, die beide nicht zum Versorgungsausgleich gehören, absichert.

Ganz wichtig ist im Zusammenhang mit der Scheidung auch die Klärung eines nachehelichen Ehegattenunterhalts. Es ist Ihr eigenständiger Unterhaltsanspruch, der gesondert geltend gemacht werden muss. Geschieht dies nicht, so kann es Ihnen passieren, dass Ihr Ex-Mann ab Rechtskraft der Scheidung keinen Unterhalt mehr zahlt und Sie dann unter Umständen über Monate hinweg kein Geld bekommen, bis der nacheheliche Unterhalt geregelt ist. Wenn Sie auf Unterhaltszahlungen angewiesen sind, bringt dies erhebliche Probleme, die leicht vermieden werden können.

Auch die Vermögensaufteilung sollte, soweit insbesondere Ihr Ehemann über Vermögen verfügt, im Zuge der Scheidung geregelt werden. Der sogenannte Zugewinnausgleich kann, sofern es nicht zuvor bereits zu einer Regelung gekommen ist, mit Rechtskraft der Scheidung eingefordert werden. Da hier zunächst die erforderlichen Nachweise bei Ihrem Ehepartner angefordert werden und der Anspruch dann rechnerisch ermittelt werden muss, empfiehlt es sich auch hier frühzeitig tätig zu werden. Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem der Ehepartner den Scheidungsantrag über das Gericht erhält.

Möglicherweise müssen auch noch andere Fragen, wie Kindesunterhalt und die Aufteilung gemeinsamen Vermögens, wie insbesondere ein im gemeinsamen Eigentum stehendes Hausgrundstück geklärt werden.

Bei der Klärung all dieser Fragen und der Durchsetzung Ihrer individuellen Ansprüche berate ich Sie kompetent und ohne allzuviel Juristendeutsch.